P0336 Generisch (SAE)

Kurbelwellensensor A - Bereichs-/Funktionsfehler

Aktualisiert 2026-10-02 · Zündsystem & Zündaussetzer

Schweregrad
Hoch
Typische Reparaturkosten
60 – 500 EUR
System
Antrieb

Bedeutung

Der Kurbelwellensensor liefert dem Steuergerät die Motordrehzahl und die Referenz für Zünd- und Einspritzzeitpunkt. P0336 bedeutet, dass das Signal vorhanden, aber unplausibel ist: fehlende Zahnimpulse, zusätzliche Impulse, unruhige Frequenz oder ein Muster, das nicht zum Nockenwellensignal passt. Anders als bei P0335 (kein Signal) läuft der Motor oft noch, aber mit Rucken, Absterben oder Aussetzercodes, weil das Steuergerät die genaue Kurbelwellenposition verliert.

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Symptome

  • Sporadisches Absterben, besonders bei warmem Motor oder im Leerlauf
  • Startschwierigkeiten oder langes Orgeln, manchmal kein Start bei warmem Motor
  • Unrunder Lauf, Zögern und zufällige Aussetzercodes (P0300)
  • Drehzahlmesser springt oder fällt bei laufendem Motor auf Null
  • Motorkontrollleuchte, teils mit P0016 Korrelation Nocken-/Kurbelwelle

Häufige Ursachen

  1. Sensor fällt bei Wärme aus (Hall- oder Induktivelement altert)
  2. Beschädigtes Geberrad: gerissene, fehlende oder verbogene Zähne oder auf Kurbelwelle bzw. Schwungrad verschobenes Rad
  3. Metallspäne oder Rost an der Sensorspitze verändern das Signal
  4. Luftspalt nach loser Befestigungsschraube oder falschem Sensor außerhalb der Vorgabe
  5. Verkabelung: durchgescheuerter Schirm, wackliger Stecker, Einstreuung von nahen Zündleitungen
  6. Zu großes Kurbelwellen-Axialspiel oder verschlissener Schwingungsdämpfer mit verrutschtem Geberring

Diagnose

  1. Freeze Frame auf Motortemperatur beim Setzen des Fehlers prüfen; ein Fehler nur bei warmem Motor deutet auf den Sensor selbst. Auf Begleitcodes P0335, P0016, P0300 achten.
  2. Sensor messen: induktive Zweileiter-Typen 200-1500 Ohm (viele Bosch-Typen 500-1000 Ohm); Hall-Dreileiter-Typen benötigen 5 oder 12 V Versorgung und gute Masse, bei angeschlossenem Stecker prüfen.
  3. Signal beim Starten und im Leerlauf mit dem Oszilloskop aufnehmen: Ein Induktivsensor liefert eine saubere Sinuskurve von 1-5 V Spitze beim Starten, mit der Drehzahl steigend, mit einer gleichmäßigen Zahnlücke pro Umdrehung. Ein Hall-Sensor liefert ein sauberes 0-5-V-Rechtecksignal. Auf Aussetzer, Doppelimpulse oder Amplitudeneinbrüche achten.
  4. Geberrad durch die Sensorbohrung oder nach Ausbau des Sensors prüfen: gebrochene, verbogene oder rostige Zähne und Späne. Kontrollieren, dass das Rad nicht auf der Passfeder verrutscht ist.
  5. Luftspalt prüfen, wo einstellbar: typisch 0,5-1,5 mm. Befestigungsschraube fest und Sensorsitz sauber.
  6. Wärmetest: Bei laufendem Motor den Sensor mit Heißluft auf 80-100 °C erwärmen und die Drehzahl am Tester beobachten. Aussetzer oder Absterben bestätigen einen wärmeempfindlichen Sensor. Kabelbaum auf Scheuerstellen prüfen und sicherstellen, dass der Schirm steuergeräteseitig auf Masse liegt.

Häufige Fragen

Ist das Fahren mit P0336 sicher?

Eher nicht. Der Motor kann ohne Vorwarnung absterben, auch an Kreuzungen oder auf der Autobahn. Zeitnah reparieren.

Sensor ist neu, P0336 kommt trotzdem wieder.

Geberrad und Kabelbaum prüfen. Ein billiger Nachbausensor mit falschem Luftspalt oder ein beschädigter Zahn am Rad setzt denselben Code auch mit neuem Sensor.

Was unterscheidet P0335 von P0336?

P0335 heißt gar kein Signal (Motor startet meist nicht). P0336 heißt, das Signal ist da, aber gestört oder unplausibel, der Motor läuft daher oft schlecht statt gar nicht.