Glossar · Fahrwerk & Lenkung

Sturz (Achsvermessung)

Auch bekannt als: Sturzwinkel, negativer Sturz, positiver Sturz, Sturzdifferenz

Definition

Der Sturz ist die Neigung des Rads gegenüber der Senkrechten von vorn gesehen: negativ, wenn das Rad oben zum Fahrzeug neigt, positiv, wenn es nach außen kippt. Die meisten modernen Fahrzeuge geben leicht negativen Sturz vor (etwa -0,5° bis -1,5°), damit der Reifen bei Wankbewegungen in Kurven flach auf der Straße bleibt; zu viel negativer Sturz verschleißt die Innenschulter, positiver die Außenschulter, und eine Differenz zwischen den Seiten lässt das Fahrzeug zur Seite mit dem positiveren Sturz ziehen. Der Sturz ändert sich durch gesetzte Federn, nach einem Aufprall verbogene Federbeine, Achsschenkel oder Querlenker, verschobene Achsträger und verschlissene Gelenke oder Lager; bei vielen Federbeinachsen ist er nur über Exzenterschrauben, Langlöcher im Federbein oder Sturzschrauben aus dem Zubehör einstellbar, bei anderen gar nicht ohne Teiletausch. Der Sturz an Mehrlenker-Hinterachsen ist meist am oberen Lenker oder über einen Exzenter einstellbar. Gemessen wird auf dem Achsmessstand bei korrekter Fahrzeughöhe und korrektem Reifendruck; ein nicht korrigierbarer Wert außerhalb der Toleranz deutet auf verbogene oder verschlissene Bauteile statt auf Einstellbedarf. Keine Fehlercodes; verwandte Beanstandungen sind einseitiger Schulterverschleiß, Schiefziehen und ein nervöses Fahrzeug nach Bordsteinkontakt.

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