P0720 Generisch (SAE)

Abtriebswellen-Drehzahlsensor – Fehlfunktion Stromkreis

Aktualisiert 2026-10-02 · Getriebe

Schweregrad
Mittel
Typische Reparaturkosten
80 – 500 EUR
System
Antrieb

Bedeutung

Der Abtriebswellen-Drehzahlsensor misst die Drehzahl des Getriebeausgangs; sie wird mit der Eingangs-(Turbinen-)Drehzahl zur Berechnung der tatsächlichen Übersetzung und mit der Radgeschwindigkeit auf Plausibilität verglichen. P0720 wird gesetzt, wenn das Signal fehlt, gestört ist oder nicht zur Fahrgeschwindigkeit passt. Ohne dieses Signal verliert das Steuergerät Übersetzungsüberwachung, Schaltzeitpunkte und Wandlersteuerung.

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Symptome

  • Harte, späte oder unregelmäßige Schaltungen, Getriebe im festen Gang (Notlauf)
  • Tacho fällt sporadisch auf Null oder zeigt falsch
  • Wandlerüberbrückung schließt nicht, höherer Verbrauch
  • Tempomat ohne Funktion, ABS-/ESP-Warnung kann folgen
  • Ruckeln beim Anfahren

Häufige Ursachen

  1. Sensorspule unterbrochen oder kurzgeschlossen, Hall-Element durch Hitze ausgefallen
  2. Metallabrieb von Kupplungsverschleiß sammelt sich an der Sensorspitze und dämpft das Signal
  3. Durchgescheuerte oder korrodierte Leitung und Stecker am Getriebegehäuse
  4. Zu großer Luftspalt oder beschädigte Zähne am Geberrad
  5. Niedriger oder verbrannter Ölstand mit Abrieb und Überhitzung
  6. Fehler im Eingangskreis des Steuergeräts

Diagnose

  1. Eingangsdrehzahl, Abtriebsdrehzahl und Radgeschwindigkeit bei der Probefahrt grafisch aufzeichnen; die Abtriebsdrehzahl muss proportional der Radgeschwindigkeit folgen, Aussetzer zeigen den defekten Sensor.
  2. Übersetzungsplausibilität prüfen: Eingangsdrehzahl geteilt durch Abtriebsdrehzahl muss der bekannten Übersetzung auf etwa 5 % entsprechen; korrekte Übersetzung bei unruhiger Abtriebsdrehzahl bestätigt Sensor/Verkabelung statt Kupplungsschlupf.
  3. Bei induktivem Sensor Spulenwiderstand messen (typisch 300-1500 Ohm nach Herstellerangabe) und Wechselspannung beim Drehen der Räder: mindestens 0,5 V AC, mit Drehzahl steigend; bei Hall-Sensor 5 V oder 12 V Versorgung, Masse unter 0,1 V und saubere Rechteckspannung am Oszilloskop prüfen.
  4. Sensorspitze auf Metallspäne und Geberrad auf beschädigte Zähne prüfen; Luftspalt (meist 0,5-1,5 mm) kontrollieren, falls einstellbar.
  5. Ölstand und -zustand prüfen; dunkles, verbranntes Öl mit Metallglitzer zeigt inneren Verschleiß, der Sensoren weiter verschmutzt.
  6. Verkabelung reparieren oder Sensor ersetzen, Adaptionen löschen falls vorgeschrieben und Probefahrt zur Kontrolle von Wandlerüberbrückung und Schaltqualität.

Häufige Fragen

Kann ein defekter Abtriebsdrehzahlsensor das Getriebe beschädigen?

Indirekt. Im Notlauf hält das Steuergerät eventuell einen hohen Gang beim Anfahren und erhöht den Leitungsdruck, was Kupplungen belastet und das Öl überhitzt, wenn lange so gefahren wird.

Warum fällt auch der Tacho aus?

Bei vielen Fahrzeugen bezieht das Kombiinstrument die Geschwindigkeit über den CAN-Bus vom Abtriebssensor des Getriebes statt von den ABS-Radsensoren.