P2002 Generisch (SAE)

Dieselpartikelfilter Wirkungsgrad unter Schwellwert (Bank 1)

Aktualisiert 2026-10-02 · Kraftstoff, Luft & Emissionen (P2)

Schweregrad
Hoch
Typische Reparaturkosten
80 – 3 000 EUR
System
Antrieb

Bedeutung

Das Steuergerät hat festgestellt, dass der Dieselpartikelfilter den Ruß nicht mehr wirksam zurückhält. Bei den meisten Systemen beruht das auf dem Differenzdrucksensor am DPF: Nach einer abgeschlossenen Regeneration war der Druckabfall bei gegebenem Abgasvolumenstrom geringer als das Minimum für einen intakten Filter, was auf gerissenen oder geschmolzenen Monolith oder ein Leck hinweist, durch das Abgas den Filter umgeht. Einige neuere Fahrzeuge nutzen zusätzlich einen Partikelsensor nach dem Filter. Im Gegensatz zu P2463 (Rußüberladung) zeigt P2002 einen Filter an, der zu viel durchlässt, nicht zu wenig.

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Symptome

  • Motorkontrollleuchte, oft mit DPF-Warnlampe
  • Sichtbarer schwarzer oder grauer Rauch beim Beschleunigen (mit funktionierendem DPF normal keiner)
  • Rußablagerungen im Endrohr
  • Leistungsverlust oder Notlauf bei manchen Fahrzeugen
  • Häufige oder abgebrochene Regenerationen, höherer Verbrauch

Häufige Ursachen

  1. Gerissener oder geschmolzener DPF-Monolith durch unkontrollierte Regeneration (zu viel Ruß auf einmal abgebrannt) oder durch Öl-/Kraftstoffeintrag in den Filter
  2. DPF vom Vorbesitzer entfernt oder ausgeräumt (illegal) oder minderwertiger Nachbaufilter
  3. Undichte, gerissene oder abgefallene Schläuche des Differenzdrucksensors, die einen falsch niedrigen Druckabfall vortäuschen
  4. Defekter Differenzdrucksensor mit Offsetdrift
  5. Undichtigkeit im Abgasstrang zwischen Turbolader und DPF oder an den DPF-Schellen
  6. Defekte Abgastemperatursensoren, die zu Überhitzung während der Regeneration führen

Diagnose

  1. DPF-Live-Daten auslesen: Differenzdruck im Leerlauf (intakter Filter typisch 2-10 mbar), bei 3000 U/min ohne Last (je nach Modell etwa 20-60 mbar), berechnete Rußbeladung, Aschebeladung, km seit letzter Regeneration und Anzahl abgebrochener Regenerationen. Ein Druckabfall nahe 0 mbar bei 3000 U/min deutet auf einen hohlen oder gerissenen Filter oder einen Fehler an den Sensorschläuchen.
  2. Zündung ein, Motor aus: Der Differenzdrucksensor muss 0 mbar plus/minus 2 mbar anzeigen (ca. 0,5 V bei den meisten 5-V-Sensoren). Ein Offset bedeutet Sensordrift; den Sensor ersetzen, bevor der Filter verurteilt wird.
  3. Beide Sensorschläuche und -rohre auf Risse, Rußverstopfung, Hitzeschäden und richtige Verlegung prüfen (vorderer und hinterer Anschluss sind nicht vertauschbar); durchblasen, um freien Durchgang zu bestätigen.
  4. DPF und Abgasstrang vom Turbolader nach hinten auf Undichtigkeiten, lose Schellen, Reparaturschweißungen oder Manipulationsspuren prüfen; ins Endrohr auf Ruß schauen. Ein verrußtes Endrohr bei einem DPF-Fahrzeug ist ein starkes Indiz für einen defekten oder entfernten Filter.
  5. Zwangsregeneration mit dem Tester durchführen und Abgastemperatur vor und nach dem DPF (sollte 550-650 °C erreichen) sowie den Druckabfall beobachten; steigt der Druck bei der Fahrt vor der Regeneration nicht an und fällt danach nicht ab, hält der Filter keinen Ruß zurück.
  6. Ist der Filter nachweislich defekt, durch ein Teil in OE-Qualität ersetzen, Aschebeladung / DPF-Adaptionswerte im Steuergerät zurücksetzen und die Grundursache beheben (Ölverbrauch, undichtes Einspritzventil, AGR-/Turbofehler, defekte Temperatursensoren), sonst fällt der neue Filter genauso aus.

Häufige Fragen

Bedeutet P2002 immer einen neuen DPF?

Nein. Ein defekter Differenzdrucksensor oder ein gerissener Sensorschlauch kann einen defekten Filter für einen Bruchteil der Kosten vortäuschen. Sensor bei Zündung ein und Schläuche immer vor dem Filtertausch prüfen.

Kann der DPF gereinigt statt ersetzt werden?

Reinigung hilft bei Asche- oder Rußverstopfung (P2463). Ein Filter mit gerissenem oder geschmolzenem Kern lässt sich nicht reinigen; P2002 bedeutet meist einen physischen Schaden.

Ist der Ausbau des DPF eine zulässige Lösung?

Nein. In der EU führt das Entfernen oder Deaktivieren des DPF zum Nichtbestehen der Hauptuntersuchung, zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und kann Bußgelder nach sich ziehen; das Steuergerät meldet außerdem weiterhin Fehler.