P2187 Generisch (SAE)

Gemisch zu mager im Leerlauf (Bank 1)

Aktualisiert 2026-10-02 · Kraftstoff, Luft & Emissionen (P2)

Schweregrad
Mittel
Typische Reparaturkosten
30 – 450 EUR
System
Antrieb

Bedeutung

P2187 ist der leerlaufspezifische Magerfehler: Das Steuergerät musste über seine Adaptionsgrenze hinaus anfetten (typisch mehr als +20-25 %), um im Leerlauf Lambda 1,0 zu halten, während das Gemisch bei höherer Last normal ist. Im Leerlauf ist der Saugrohrunterdruck am höchsten und die Luftmasse am kleinsten, sodass schon ein kleines ungemessenes Luftleck einen großen prozentualen Fehler darstellt. Es deutet stark auf ein Unterdruckleck statt auf ein Kraftstoffversorgungsproblem.

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Symptome

  • Unruhiger, pendelnder oder hoher Leerlauf, besonders warm
  • Absterben beim Anhalten oder beim Zuschalten der Klimaanlage
  • Zischen aus dem Motorraum im Leerlauf
  • MIL an, manchmal mit P0171 oder P0507
  • Normales Verhalten bei Fahrt mit höherer Drehzahl

Häufige Ursachen

  1. Gerissener oder abgezogener Unterdruckschlauch, Bremskraftverstärkerschlauch oder PCV-Schlauch
  2. Undichte Saugrohrdichtung oder Drosselklappendichtung
  3. Gerissener Ansaugschlauch oder lose Schelle nach dem Luftmassenmesser
  4. PCV-Ventil offen hängend oder Membran der Kurbelgehäuseentlüftung gerissen (sehr häufig bei vielen 4-Zylinder-Benzinern)
  5. Tankentlüftungsventil offen hängend, zieht Luft aus dem EVAP-System
  6. Verschmutzter oder gedrifteter Luftmassenmesser mit zu niedrigem Wert bei geringem Durchsatz, oder undichte Einspritzventildichtungen

Diagnose

  1. Kurz- und Langzeitadaption im Leerlauf und bei 2500 U/min auslesen: Leerlauf-Langzeitadaption über +15-25 % bei Adaption nahe 0 % bei 2500 U/min bestätigt ein leerlaufgewichtetes Luftleck.
  2. Ansaugtrakt bei stehendem Motor mit Rauch prüfen: Saugrohr über den Ansaugschlauch beaufschlagen und auf Rauch an Dichtungen, Schläuchen, Bremskraftverstärker, PCV-System und Drosselklappe achten.
  3. Kurbelgehäuseentlüftung prüfen: Öldeckel im Leerlauf abnehmen. Starker Unterdruck, der die Leerlaufdrehzahl ändert, oder ein pfeifender Deckel zeigt eine gerissene PCV-Membran; der Saugrohrunterdruck sollte im Leerlauf stabil etwa 450-600 mbar (13-18 inHg) betragen.
  4. Schlauch des Tankentlüftungsventils im Leerlauf abklemmen; fallen die Adaptionen innerhalb einer Minute um mehr als 5 %, ist das Ventil undicht und zu ersetzen.
  5. Luftmassenmesserwert im Leerlauf prüfen: etwa 2-4 g/s pro Liter Hubraum bei warmem Benzinmotor (z. B. 4-8 g/s bei 2,0 L); ein deutlich niedrigerer Wert deutet auf einen verschmutzten oder defekten Sensor.
  6. Leck beheben, Gemischadaptionen zurücksetzen und prüfen, dass die Leerlaufadaption nach 15 Minuten Fahrt und Leerlauf innerhalb plus/minus 5 % liegt.

Häufige Fragen

Warum ist das Gemisch nur im Leerlauf mager?

Im Leerlauf saugt der Motor nur wenige Gramm Luft pro Sekunde, ein Leck von 1 g/s ist also ein Fehler von 20 %. Bei 3000 U/min ist dasselbe Leck unter 3 % und das Steuergerät korrigiert es problemlos.

Könnte stattdessen die Lambdasonde defekt sein?

Möglich, aber unwahrscheinlich, wenn die Adaption bei höherer Last normal ist. Eine träge oder verschobene Sonde würde das Gemisch bei allen Drehzahlen verfälschen, nicht nur im Leerlauf.